Nicht nur, dass sich die zeitliche Dimension nach meiner Landung um sieben Stunden verschoben hat, nein, auch sonst ist hier einiges anders.
Es beginnt schon damit, dass man die Strecken nicht mehr in Kilometern misst, sondern in Meilen. Was psychologisch wohl auch ganz klug ist, immerhin klingen kleinere Zahlen bei Distanzangaben weniger abschreckend – und Distanzen gibt es hier genug. Das liegt mitunter daran, dass einfach alles größer ist: Häuser, Autos, Straßen, Parks, Supermärkte, Unis … sogar die Ampelphasen dauern länger.
Das Klima ist wärmer und feuchter. Es sei kein warmer Tag wurde mir bei meiner Ankunft gesagt – aber es kam mir vor wie heimatlicher Hochsommer bei Gewitterluft. Momentan ist es aber wirklich schön, blauer Himmel und strahlender Sonnenschein bei etwa 80°F – was knappen 27°C entspricht. Und damit hätten wir auch schon den nächsten Wechsel: Maßeinheiten sind natürlich ganz anders und für einen Neuankömmling leicht undurchsichtig. Im Supermarkt fand ich heraus, dass Äpfel beispielsweise 5$ je 2 lb kosten, kleine Getränkeflaschen üblicherweise 591 ml und ein Saftpaket 1,651 l fassen.
In Flora und Fauna setzen sich die Unterschiede fort: Die Ameisen sind deutlich größer und die Grillen so laut, dass ich verwirrt fragte woher denn der Lärm auf der Straße komme.
Apropos fragen: Das alltägliche Floskel-Vokabular fehlt mir noch, und mein Englisch-Parser muss sich noch erst an das Genuschel der einen oder anderen Mitmenschen gewöhnen und sich an ihr Tempo angleichen.
Kommen wir zum Kulinarischen: Dazu kann ich bisher nicht allzu viel sagen, außer dass man als Erdnussbutter-Fan auf seine Kosten kommt. Und wer es süß und fettig mag, der sowieso. Auf den Highways ist an jeder Ausfahrt ausgeschildert welche Fastfood-Ketten dahinter erreichbar sind.
Insgesamt also eigentlich wenig überraschend. Und trotzdem: Aus Erzählung klingt es eben ganz anders als es ist, wenn man tatsächlich hier ist.