Archive for the “on campus” Category


A (typical) dialog in class:

student: “I was sure I understood it before. But now that you explained it, I am totally confused, I do not know what to say.”

instructor: “Good! That means we are finally making progress!”

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Schon seit Wochen werden die zur Verfügung stehenden Parkplätze rund um den Campus zunehmend weniger. Immer mehr Gebiete werden mit hohen Metallzäunen abgesperrt. Die Blumebeete werden neu bepflanzt, der Rasen getrimmt und die Fenster geputzt.

Wohin man auch geht, überall weisen Schilder einen darauf hin, dass am zweiten Oktober die Uhren anders gehen, denn dann ist man Gastgeber der 2008er Debatte der Vize-Präsidentschaftskandidaten Biden und Palin.
Ab drei soll das Campusleben zum erliegen kommen, es wird so ziemlich alles geschlossen, was sich schließen lässt. Alle Vorlesungen werden entweder abgebrochen, im Vorfeld verschoben oder ganz abgeblasen.

Anfang vorletzter Woche startete die große Coockie-Vote. Unter dem Motto “Can Cookie Sales Predict a Winner?” werden blaue Esel (Demokraten) und rote Elefanten (Republikaner) verkauft. Die täglichen Verkaufszahlen werden auf großen Stellwänden nachgehalten. Der Campus Store hat seine Kandidaten-Fanartikel direkt an den Eingang geräumt und die “Debate ‘08″-T-Shirts im Schaufenster drapiert.

Man bereitet sich vor.

Seit Montag weisen an Hauptzugängen zum Campus große Schilder darauf hin, dass man das Gelände am Donnerstag nur noch mit gültiger Presse- oder WU-ID betreten darf und diese “ready for inspection” zu halten hat.

Am Dienstag, als ich nach dem Lunch zum Seminarraum wollte, lief ich zum ersten Mal in einen von vielen neuen Wegbegrenzern. Der praktische Durchgang zwischen Biologie und Parkplatz war verbaut. Und um zu den Philosophen zu kommen, musste ich um Theater und Psychologie herum laufen.

Gestern wurde ich Zeuge, wie unzählige Banner und WashU-Logos an den Fassaden der Gebäude platziert wurden. Einige Kommilitonen beschweren sich auch über die schon viel zu lange dauernde Schließung des Sportkomplexes.

Heute dann, der große Tag. Überall Polizei auf dem Campus, und jede Menge Leute mit Kameras und Mikrofonen. Mediengewimmel. Ab Mittag konnte man keinen Schritt mehr tun, ohne in einen Wald von Obama oder McCain (oder beides)-Schildern zu geraten.

NBC und CNN haben große Bühnen zwischen den Hörsaalgebäuden errichtet, von denen aus sie Interviews live übertragen. Einer dieser Sender flimmert im D.U.C. (quasi der Mensa) auf einer Großbildleinwand und zeigt den Eingang im Hintergrund.

Überall kann man sich zur Wahl registrieren und überall fragen einen nette Menschen, ob man das denn tun möchte. Sie fragen auch mehrfach. Und sie fragen auch, wenn man schon zweimal gesagt hat, dass man ja gern würde, wenn man denn könnte.

Pünktlich um drei Uhr geht es dann richtig los: Der erste Hubschreiber beginnt über dem Campus seine Kreise zu ziehen (er soll später von zwei weiteren in unterschiedlichen Höhen unterstützt werden), Computerlabs werden geschlossen, Vorlesungen enden.

Um vier beginnen die ersten Reden auf dem Footballfeld, einem Gebiet das dieser Tage allerdings nur noch Privilegierte betreten dürfen. Und für die glücklichen Top 500 Studenten, die per Losverfahren Aussicht auf ein Ticket bekommen haben, beginnt das Schlangestehen. (Tatsächlich in den Zuschauerraum kamen am Ende etwa 200, heißt es.)

Bis sechs leert sich der Campus langsam. Nur einige Fernsehbühnen scharren noch jubelndes Volk um sich. Der hintere Teil des Campus (hier ist der Sportkomplex einschließlich Footballfeld und der Turnhalle, in der die Debatte der Vize-Präsidentschaftskandidaten stattfinden soll) wird annähernd abgeriegelt. 13.000 Medienberichterstatter bevölkern die unzähligen Übertragungswagen auf den abgesperrten Parkplätzen.

Ich mache mich auf den Weg zu Freunden, wir wollen gemeinsam essen und dann die Liveübertragung anschauen.

Ich verlasse den Campus über eine eher abgelegene fahrradfreundliche Rollstuhlrampe — selbst hier hat man Polizisten stationiert, die allerdings eher gelangweilt aussehen — und erreiche die Hauptzufahrtsstraße. Hier ist es voll. Meine ID muss ich in der Tat zweimal zücken, ehe ich mein Rad runter zur Kreuzung schieben kann. Dort müsste ich eigentlich nur die Straße überqueren und ein Stück nach Süden fahren. Eigentlich.

An der Kreuzung finde ich Kamerateams, Polizei und einen Haufen Menschen mit “No to Abortion”-Plakaten (inkl. McCain-Schriftzügen und sehr unschöner Bilder). Autos sausen hupend über rote Ampeln oder halten mitten auf der Straße, um ihren Fahren die Möglichkeit zu geben ihre Meinung aus dem Fenster zu brüllen.

Ich werde angehalten. Da die Kandidaten jeden Moment einträfen, könne man mich nicht passieren lassen, erklärt der Uniformierte. Wenn ich auf die andere Seite wolle, könne ich nur warten oder die Straße ein Stück hoch fahren und dort überqueren. Ok.

Nach einiger Verzögerung und zwischenzeitlichem Richtungswechsel schaffe ich es dann endlich mich auf den Fahrradweg zwischen Straße und Park zu retten. Dort kollidiere ich fast mit einem Rudel in Obama-Shirts gekleideter Hunde, habe dann aber freie Fahrt bis zur nächsten Kreuzung. Diese ist fast lahm gelegt, überall stehen leere Autos (der demonstrierwillige Schildinhaber muss sein zweites Heim ja irgendwo lassen) und brüllende Menschen (McCain und Palin schallt es von Westen, Obama und Biden von Osten). Einige todesmutige Pappschildträger rennen auch einfach auf die gerade doch mal wieder befahrene Straße, mitten in die hupenden Kolonnen.

Ich schlage mich durch und erreiche schließlich die Seitenstraße, in der man mich erwartet. Geschafft! Die “Vice Presidential Debate 2008″ kann kommen, noch eine knappe Stunde bis acht, dann geht’s los.

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It’s the small things that, once in a while, can make life so much easier. And pretty often, these small things are made of paper or — nowadays — plastic.

However, sometimes it takes a while before they appear…

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“Any other questions before we start with the serious stuff for today?” A shy boy in the upper left corner raises his hand. The instructor’s eyes instantly recognize him. He smiles. “Yes, please!” — “I really hate being a snitch; but is it possible to lower the air conditioning in this room?”

Finally someone asked the question I was wondering about for several days. Now I know that it is not only me, a cold sensitive European girl, who got the impression that some lecture halls are definitely too cool these days (although I still prefer them over the 95°F in the shade outside).

“Oh believe me, I have been in this room so many times … but it never ever has it had the same temperature. Sometimes it’s terribly hot in here, sometimes it’s terribly cold.”

The instructor nods as if he had sufficiently answered the question. Expecting silence.

“Well, you might think that there is just an actuator right here next to the board and so I could reply ‘Yes, of course, how many degrees would you like?’” He laughs, shakes his head and sighs. “But believe me, it is not that simple.”

The tone of his voice indicates a little distress. “You know … this institution has a brain. It is not that I could just press a button right here. There is a central unit that controls the whole universe of this university’s buildings’ climate. And it is not at all easy to get it do what you want … It’s … autonomous.”

The instructor tears his hair. He walks up and down and finally continues: “Fortunately I can walk around here in the front. Some days I will just be a little more sweaty than others.”

Pause.

“See, if I want the temperature in this room to be changed, there is a really complicated procedure to follow: First I need to figure out what it should be, then I have to go to the secretary, she has to call the brain … and next time it would be way too hot. Let’s make it easier. My recommendation: just dress in layers.”

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Die Orientierungswoche ist vorüber und auch die ersten drei Vorlesungstage sind ins Land gezogen – Zeit für einen kleinen Bericht.

Zunächst meine Eindrücke vom Campus: Dieser selbst ist viereckig. Rund herum befinden sich Gebäude, in der Mitte gibt es viel Grün. Alles ist deutlich großzügiger als in Osnabrück, und recht edel, fast wie im Film, nicht nur die Fassaden. Die Ausstattung einer unserer Seminarräume mit einem hochglänzenden runden Holztisch und großen rollbaren Ledersesseln finde ich allerdings leicht übertrieben. Aber es ist ja nicht überall so prunkvoll – einige Räume sind trotz der goldenen Lettern an der Eingangstür mit einfachen Stühlen ausgestattet, die über bekannt nervige von der Armlehne her hochklappbare Kunststofftische verfügen.

Groß und doll ist wiederum das neue Danforth Center, das zahlreiche Lunchmöglichkeiten und sogar Räume zum Entspannen (mit Sofas und Beanbags – wobei die Farbkompositionen hier zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftig sind) bietet. Mit dem Osnabrücker Mensabetrieb sind hier nur die Schlange an den Essensausgaben und der charakteristische Lärmpegel vergleichbar.
Ebenfalls ungewohnten Komfort bieten das Postamt, der Campusstore und die Campusbank in direkter Reichweite der Hörsäle.

Wo ein Campus ist, da findet man natürlich auch Studenten. Insgesamt habe ich das Gefühl mich in einer eingeschworenen aber dennoch offenen Gemeinschaft zu bewegen. Dabei unterscheidet sich die Atmosphäre unter den Studierenden allerdings ziemlich drastisch mit dem Jahrgang. Während die Undergraduates dazu tendieren nur auf gute Klausurnoten zu lernen (und das auch zu Semesterbeginn schon deutlich zeigen), können sich die Graduates tatsächlich für ihr Fach zu begeistern und beginnen auch mal ein Gespräch oder eine Diskussion vor dem Seminarraum.

Kommen wir zu den Dozenten. Sie sind überwiegend freundlich und aufgeschlossen. Weiter gibt es hier noch nicht viel zu berichten. Die einen sind lustig, die anderen trocken, einige versteht man besser, andere schlechter, die einen sind beliebt, über die anderen kursieren Horrorgeschichten, … also alles ganz normal.

Weitere Mitarbeiter zeigten sich (meist) bemüht und hilfsbereit; besondere Erwähnung verdienen hier zum Beispiel die leicht überrumpelte Sekretärin, die immer noch herauszufinden versucht, wie ich eine ID-Karte bekomme, und der nette Bibliothekar, der mir als einzigem Interessenten eine Privatführung durch die Bibliothek gab.

Was fehlt noch? Na klar, die Veranstaltungen. Nach den Aktivitäten der Einführungswoche fingen am Mittwoch Vorlesungen und Seminare an. Mein Eindruck bisher ist vor allem, dass man hier in eine einzige Veranstaltung deutlich mehr Energie steckt, als ich es aus Osnabrück kenne. Das Lesepensum pro Woche und Seminar beläuft sich auf etwa 100 Seiten, dazu ein bis zwei Midterms, ein Final, oft noch wöchentliche Hausaufgaben oder kurze Paper und ein längeres am Schluss; bei Vorlesungen gilt das gleiche, nur ohne das Schlusspaper. Die Textmassen für die kommende Woche stapeln sich schon auf meinem Schreibtisch ;)
– Übrigens beschwert sich hier niemand, wenn er/ sie mal ein bis vier Bücher für eine Veranstaltung anschaffen muss; auch nicht, wenn jedes um die 50$ kostet und man ja doch nicht jede Seite wirklich lesen wird.

Neben den regulären Veranstaltungen soll es auch noch Kolloquien geben, die ich mir ungern entgehen lassen würde.

Alles in allem, sehe ich also gespannt einem aufregenden und lehrreichen Semester entgegen!

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